Malerei als Lebensbegleiter

Einklang und Mißklang zwischen innerer und äusseren Natur

Malerei, die mich selbst überrascht

Vardan Loretta Frigo-Holterman

Ich könnte damit anfangen, zu erzählen, wie ich heiße, woher ich komme, wo ich ausgebildet wurde, von wem,…..: all das wirst Du zum Schluß vorfinden. Für meine Vorstellung ist es nämlich nicht so wichtig.

Wahrscheinlich hast Du dieses Blatt genommen, weil Du beim Betrachten der Bilder neugierig geworden bist.

Ich duze, weil ich in dem Moment, in dem ich meine Malerei zeige, ein Fenster meines Herzens und meiner Seele öffne und ich mein inneres Wesen offenlege: Ist das Grund genug, Dir das Du anzubieten?

Als 10 oder 12 Jahre alt war, ging ich in einem kleinen Wald hinter dem Haus malen. Ich liebte dieses Bild von mir als Malerin und ich schaute die „Sache“ mit den Augen einer Malerin, aber ich wusste das noch nicht. Ich las die Biographien von van Gogh und Gauguin und ich verstand nicht so viel, aber die Anziehung war sehr stark und das ist die Malerei.

Wenn man will, gibt es viel zu verstehen und während seines Lebens versteht jemand der malt mehr und mehr über sich selber, über seinen seelischen Zustand, über seinen inneren Kampf, über seine Momenten von Ekstase oder Frieden.

Aber alles fängt mit Anziehung, Sehnsucht nach dem Unbekannten, Entfernten, Unaussprechlichen, Unerreichbaren an. Die Malerei ist für mich der Ausdruck von diesem Empfinden.

Meine Malerei entwickelt sich fast immer in zwei Phasen.

Erstens der Kontakt mit einer inneren Natur (körperliche Empfindungen, Gefühle und seelische Zustände). Das Ausdrucken durch Farben und Formen. Und die Überraschung über das was heraus kommt.

Als nächstes geht die Arbeit oft in der äusseren Natur weiter: ich gehe in den Wald oder an den Fluß. Die äussere Natur ist so im Gleichgewicht, so in sich selber konzentriert, sogar im meist chaotischen Zustand. Denk an einen Sturm, oder in traurige Momente. Denk an den Tod im Herbst oder Winter!

Also, ich gehe heraus in die Natur und stehle die Formen, die Farben, die Atmosphäre, die Schatten, die Lichter, die Leichtigkeit und die Schwere.

Manchmal versuche ich sie abzumalen, manchmal transformiere ich sie dadurch, dass ich sie an meine Natur anpasse. Aber immer muß ich mich und sie beobachten, bei ihnen anwesend sein und ihre Anwesenheit sehen, anerkennen und fühlen.

All das bringt einen zu Gleichgewicht und Frieden. Oftmals ist der Prozess lang, voller Kampf und schmerzlich, weil es schwierig ist, Gedanken, Beschäftigungen, Sorgen hinter sich zu lassen und einfach dazusein. Unser Verstand sucht Aufregung und für sie ist die Natur so langweilig natürlich.

 

Vardan Loretta Frigo Holterman

 

 

Immer schon autodidakt mit der Hilfe von Kursreihe „Vibrational Healing für die Entdeckung der Talente“ bei Baba Bedi, Italien 1986-88. Kursreihe Acryl, Wasserfarbe, Tinte, gemischte Techniken in Human University, Poona, Indien. Ausbildung zum Mal-Lehrerin in Human University, Poona, mit Meera, eine japanische Malerin 2000-2001.

Und … malen, malen, malen….

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Rundbrief

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Es ist Gott, der durch die Hand des Menschen Seine Pläne in der Natur entwerfen und ausführen lässt. Hazrat Inayat Khan. Zentrum Agrikultur